Woche 4

nun sind wir schon in der Mitte unserer Reise angekommen, verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe große Freude an dem Thema und an unseren sonntäglichen Treffen. Vielen Dank dafür! In meinem Fastenzeitkalender schreibt Anselm Grün (auch bezugnehmend auf Martin Buber), dass die Wandlung eines Menschen nie rein individuell zu verstehen ist, sondern dass wir immer auch unser Gegenüber brauchen. Jede Begegnung verwandelt uns und lässt uns die tiefen Geheimnisse unseres Selbst erkennen. Sie bringt Prozesse in Gang, die wir selbst nicht ankurbeln können.

Im Nachklang zu unserer kleinen Spürübung am Sonntag habe ich ein schönes Gedicht von Dorothee Sölle gefunden, was ich mit dir teilen möchte:

 

 Ich dein Baum – Dorothee Sölle

Du hast mich geträumt gott
wie ich den aufrechten gang übe
und niederknien lerne
schöner als ich jetzt bin
glücklicher als ich mich traue
freier als bei uns erlaubt

Hör nicht auf mich zu träumen gott
ich will nicht aufhören mich zu erinnern
daß ich dein baum bin
gepflanzt an den wasserbächen
des lebens

Mut-Arten

Vor ein paar Jahren habe ich bei einem Bücherflohmarkt an der Schule das Buch “Die Achtsamkeit des Herzens” von David Steindl-Rast entdeckt. In meinen Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht habe, stand folgender Absatz:

„Ehrfurcht ist eine eigenartige Furcht, eine Furcht, zu der man Mut braucht, den Mut, der auch der Demut eigen ist; „Dien-mut“, Mut zu dienen; Mut sich zu verschenken. Nur was wir verschenken, wird so wirklich unser eigen. Aber unsere größte Angst ist es, uns selbst zu verlieren. Daher ist auch der Mut, der diese Angst überwindet, Groß-mut.“ (S.58) 

Das will ich dir als Anregung geben, doch einmal die Fühler auszustrecken und die anderen Mut-Arten zu entdecken. Demut, Großmut, Sanftmut, Übermut … 

Lätare – Freudensonntag

Gestern habe ich gelernt (ihr wisst das vermutlich schon :), dass am Sonntag Lätare ist, der vierte Sonntag in der Passionszeit, Bergfest, Freudensonntag. Laetare heisst “Freue dich!” Lätare markiert die Mitte der Fastenzeit (Mittfasten) und verfügt über einen fröhlicheren sowie tröstlichen Charakter, was auch die liturgische Farbe Rosa dieses Sonntags zum Ausdruck bringen soll. Das Rosa hellt das sonst gängige Violett der Fastenzeit auf. Auf diese Weise scheint hier bereits das österliche Weiß durch. (<- hab ich gelesen).
 
Kleiner Extraimpuls, den ich zum Lätare-Sonntag entdeckt habe: Geh doch mal mit offenen Augen durch deine Wohnung und schaue, was du da alles rosafarbenes findest. Vielleicht magst du es zusammentragen und dir ein Foto davon machen? Hat zwar nichts mit Mut zu tun, aber mit Freude und Spaß am Spiel.
 

Notizen aus unserem vierten Treffen

Wir bleiben bei der Freude. Ich habe überlegt, was Freude mit Mut zu tun hat. Ganz viel, glaube ich. Zum einen können wir aus der Freude ganz viel Kraft schöpfen, die wir vielleicht für unseren Mut brauchen. Zum anderen braucht es manchmal auch Mut, sich einfach so der Freude hinzugeben. Wir haben dann die kleinen Stimmen im Ohr, die uns beurteilen wollen. Wir finden uns albern, trauen uns nicht recht, haben Angst, was die anderen von uns denken….

Aber sind wir nicht genau in der Freude Gott ganz nah? Hat Jesus nicht gesagt: “Lasst die Kinder zu mir kommen und verwehrt es ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, der wird nicht hineinkommen.” (Markus 10, 14-15)

Natürlich weiss ich nicht, wie Jesus das genau gemeint hat, aber fest steht, dass dieses kindliche Spiel, die pure Freude und Neugier eine ganz besondere Kraft haben.

Deshalb viel Spaß beim Spielen mit dem heutigen Kreativ-Impuls:

Aus meinem Mut-Journal

Teebeutel und alte Buchseiten als Hintergrund nutzen

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